El Taray ‘26 - Teil 7: Abschied von El Taray
Einer der Vorteile des zweiten Besuchs bei den Bartmeisen war die zusätzliche Stunde Schlaf, die meine Erkältung gut gebrauchen konnte. Am Gehöft angekommen, wurde noch ein weiterer Vogelfotograf Richtung Anlegestelle mitgenommen.
Der Kofferraum des Dacia Dusters war für den Transfer von der Anlegestelle gut mit Fotorucksäcken und Stativen gefüllt. Warum der Duster “Duster” heißt, ist auch direkt ersichtlich.
Man sieht noch einige beschlagene Stellen an der Scheibe. Mit den beiden Ventilatoren war das Problem aber schnell gelöst.
Das Licht war deutlich besser als gestern. Schon allein deswegen hat sich die Wiederholung der Tour gelohnt. Es mangelte auch an diesem Tag nicht an Motiven, wobei auch diesmal den Bartmeisen das Hauptinteresse galt. Bei diesem Licht war es dann besonders eindrucksvoll, noch einmal die Weißkopf-Ruderente vorbeiziehen zu sehen - der blaue Schnabel ist einfach ein Hingucker.
Andere Lichtqualität, andere Bildqualität
Deutlich weniger störend als die Elstern - ein Teichhuhn
Schwer beladene Bartmeise
Weißkopf-Ruderente
Bei kurzen Distanzen wird von Halm zu Halm gesprungen, nicht geflogen.
Das heutige Licht lieferte einen würdigen Abschied. Nach der Rückkehr zum Hotel wurden die letzten Sachen gepackt, und um 12:15 Uhr saßen wir im Auto Richtung Madrid. Mein Flieger ging um 16:40 Uhr ab Terminal 4. Wir hatten also genug Puffer für Eventualitäten wie Staus eingeplant.
Auf der etwa anderthalbstündigen Rückfahrt blieb genug Zeit, die Tour Revue passieren zu lassen. Dazu ein paar Gedanken:
Christoph Bittenbender ist ein sehr gut organisierter, sachkundiger, hilfsbereiter und freundlicher Reiseleiter. Dabei bezieht sich die Sachkunde sowohl auf Fotografie, Land, Leute und Vogelwelt. Ohne seine Spanischkenntnisse wäre ich an einigen Stellen aufgeschmissen gewesen, denn im ländlichen Spanien kommt man mit Englisch nicht sehr weit.
Auch das kulinarische Wohl hat Christoph im Auge. Auf die drei zum Mittag- oder Abendessen angesteuerten Restaurants kann man sich freuen:
Patxis (gegenüber vom Hostal Prickly)
Aus diesen Gründen empfehle ich auf jeden Fall eine Buchung über Christoph (Nature-Fineart). Der Vorteil gegenüber einer Direktbuchung bei Hides de El Taray liegt auch darin, dass man bei Christoph ein Rundum-sorglos-Paket mit Hotel und sämtlichen Transfers bekommt, zumal das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Nur um den Flug muss man sich selbst kümmern.
Wenn man mehrere Stunden am Tag konzentriert (und mit Schlafdefizit) zusammen in einem kleinen Kabuff sitzt, muss die Chemie stimmen - und die stimmte! Christophs Engagement für einen zufriedenen Kunden trägt wesentlich dazu bei. Ich genoß den Vorteil einer “Privatsafari” ohne weitere Teilnehmer, bin mir aber sicher, dass Christoph auch “größere Kleingruppen” souverän im Griff hat.
Es war meine erste Tour mit Fokus auf Hide-Fotografie. Sie hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mich hat die Vielfalt in El Taray beeindruckt. Selbst wenn ein Hide mangels der erwarteten Vogelart nicht so gut läuft, gibt es auf dem riesigen Gelände genug Alternativen. Die Kreativität und das fotografische Denken bei der Hide-Platzierung und -gestaltung sind mir positiv in Erinnerung geblieben. Hilfreich ist auch, dass ein Mitarbeiter vor Ort ebenso vom Fotovirus befallen ist wie seine Gäste.
Ich habe jedenfalls viel mitnehmen können und würde die Tour - ohne groß zu überlegen - sofort wiederholen. Gut 20.000 Fotos (mit reichlich Ausschuss) sprechen für sich.
Aber keine Fototour ohne ein wenig Gemecker:
Das Frühstück im Hostal Prickly (einem ansonsten sehr ordentlichen und angemessenen Hotel) könnte kräftiger und frischer ausfallen. Schließlich dauert es im Normalfall mehr als sieben Stunden, bis die Mittagspause ansteht. Essen mit in den Hide zu nehmen, hat seine Grenzen, denn schließlich will man nicht mit Gekrame und Geraschel die Motive verscheuchen. Auf der anderen Seite gibt es in dem recht kleinen Villacañas keine wirkliche Hotel-Alternative.
Ich hätte mir die Erkältung als Reisesouvenir gerne erspart. Hier muss Hides de El Taray zumindest für die kälteren Monate nachbessern - sei es mit gängigen Fleece-Overalls, um sie unter den Trockenanzügen zu tragen oder mit Neoprenanzügen. Wenn ich mich nicht täusche, hingen sogar Neoprenanzüge im “casa de labor”. Wie ich Christoph kenne, wird er nicht müde werden, das den Betreibern unter die Nase zu reiben ;-).
Der A321 von Iberia rollt zur Startbahn.
Mit dem SkyTrain vom Terminal zum Düsseldorfer Flughafenbahnhof
Am Flughafen angekommen blieb noch genügend Zeit für eine Mittagspause in einem Bistro. Nach einer herzlichen Verabschiedung machte ich mich auf den Heimweg. Der Iberia-Flieger kam pünktlich an, und auch die weitere Heimreise gestaltete sich weitgehend unkompliziert. Spanien, ich komme wieder!