El Taray ‘26 - Teil 6: Meisen mit Bärten
Der heutige Tag begann ein Stündchen später. Es ging vormittags zu den Bartmeisen. Auf dem Weg zum Gehöft blieben wir bei bestem Licht an einem von Klatschmohn durchsetzten Feld stehen, so dass ich ein paar Aufnahmen machen konnte.
Klatschmohn im Überfluss
Die beiden Hides für die Bartmeisen waren mitten im Schilf einer Lagune platziert, so dass wir zunächst mit einem kleinen Boot samt Außenbordmotor dort hintransportiert werden mussten. Diesmal waren neben uns noch zwei weitere Gäste an Bord, die das andere Fotoversteck belegten.
An der Anlegestelle
Traumhafte Lage mitten im Schilf
Man sitzt in diesem Hide sehr niedrig, hat dafür aber auch eine Panoramascheibe.
Blick auf die Szenerie. Wir hatten wieder zwei per Powerbank betriebene Lüfter in Betrieb, um während der ersten Minuten gegen das Beschlagen der Scheibe anzukämpfen.
Nach der Vorbereitung der Futterstellen konnte es losgehen. Leider waren die Lichtverhältnisse an diesem Morgen nicht optimal, doch dafür mangelte es nicht an gefiederten Freunden, insbesondere Bartmeisen. Ihr Herumhüpfen im Schilf - vielfach mit den charakteristisch gespreizten Beinen - verhalf uns zu interessanten Beobachtungen und Bildern. Das Einfangen der Bartmeisen im Flug ist allerdings die größte Herausforderung. Sie sind dermaßen flink und wendig, dass schon eine große Portion Glück dazu gehört, den passenden Moment im Bild einzufangen. Der bedeckte Himmel trieb in Kombination mit den kurzen Verschlusszeiten die ISO-Werte in die Höhe.
Die Bartmeisen waren uneingeschränkt die Stars der Manege. Neben Rohrsängern, Teichhühnern, Kohlmeisen und Seidensängern gaben sich auch wieder Elstern die Ehre. Gegen diese Störenfriede ist kein Kraut gewachsen.
Bartmeise kurz vor dem Abflug
Eine weitere Bartmeise
“Der Engel” - Bartmeise im Anflug
Gegen 11:00 Uhr haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht.
Da El Taray in dieser Mai-Woche nur mäßig besucht war, genossen wir relativ viel Flexibilität, was spontane Änderungen im Programm - also in der Besuchsreihenfolge der Hides - anging. Hinzu kam, dass Christoph die El-Taray-Betreiber schon länger kennt. Es war uns daher möglich, für den folgenden Tag einen weiteren Besuch bei den Bartmeisen einzuplanen - in der Hoffnung auf besseres Licht. Als einziger Gast von Nature-Fineart mussten Prioritäten auch nicht erst in einer Gruppe diskutiert werden.
Nach Mittagessen und Siesta sollte es am Nachmittag zu einem Hide speziell für den Turmfalken gehen. Vor der Abfahrt habe ich mich aber noch einmal auf dem Gehöft umgeschaut und möchte zwei Bewohner besonders hervorheben.
Sie gehören zum Inventar des Gehöfts: zwei Spanische Mastiffs, die häufig als Herdenschutzhunde eingesetzt werden. Durch ihre Größe wirken sie furchteinflössend, waren während unserer Anwesenheit aber sehr brav.
Das Gehöft (“casa de labor”) in seiner vollen Ausdehnung.
Am Hide für den Turmfalken angekommen, waren wir wieder für uns allein. Verfüttert wurde diesmal eine lebendige Maus, die per Kabelbinder am Schwanz befestigt wurde, damit sie dem Turmfalken nicht entkommen konnte. Leider sieht man den Kabelbinder auf den Fotos.
Die beiden Kabinen zur Beobachtung des Turmfalken
Auf der Fläche kann auch Wasser stehen, was das Fotografieren noch interessanter macht. Auf den Pflöcken wird das Futter platziert - neben der Maus auch Würmer etc.
Das vertraute Hide-Innenleben - fehlt nur noch der Turmfalke.
Nach Anbringen der Maus entfernte sich der El-Taray-Mitarbeiter. Er war mit seinem Auto noch nicht ganz aus dem Blickfeld verschwunden, als sich der Turmfalke schon von rechts auf die Maus stürzte. Durch den verkürzten Winkel gab es keine Chance, den Anflug zu fotografieren. Der Falke machte mit der Maus dann auch schnell kurzen Prozess und versuchte, mit ihr davonzufliegen. Dies verhinderte der Kabelbinder jedoch zuverlässig.
Neben dem Turmfalken ließ sich die obligatorische Elster blicken. Auch Dohlen tauchten auf und interessierten sich für die Reste, die Turmfalke und Elster zurückgelassen hatten.
Turmfalke mit der zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Maus. Das Licht passte bestens, nur hätten wir uns einen besser planbaren Anflug des Falken gewünscht.
Gegen 20:15 Uhr verließen wir den Hide. Ich war auf den morgigen letzten halben Tag in El Taray gespannt.