Mara ‘25 - Teil 3: Jagderfolg einer Löwin
Abfahrt zum morgendlichen Game Drive: 05:45 Uhr - eine Zeit, an die ich mich erst einmal wieder gewöhnen musste.
Bereits um kurz nach 06:00 Uhr hatten wir den ersten Löwen vor der Linse. Er trottete gemächlich durch die Savanne, was die Aufmerksamkeit einer Gruppe von Giraffen auf sich zog.
Der König der Tiere am frühen Morgen
Diese Giraffengruppe behält den Löwen im Auge.
Noch nicht einmal zehn Minuten später mussten wir mit einer heftigen Geruchsattacke auf den nüchternen Magen kämpfen. Wir standen vor einem Flusspferdkadaver, der von Tüpfelhyänen umlagert wurde. Das Flusspferd lag mitten im Gras der Savanne und war offenbar eines natürlichen Todes gestorben. Wir verlagerten unseren Standort ein wenig, um nicht mitten in der Geruchsfahne zu stehen. Neben den Hyänen gaben sich auch Geier ein Stelldichein.
Flusspferdkadaver und Tüpfelhyänen
Kappengeier im Anflug auf den Kadaver
Es dauerte nicht lange, bis die Mara die nächste Überraschung für uns parat hatte. Unsere Fahrer entdeckten eine Warzenschweinfamilie mit zwei Jungen, die durch die Savanne stolzierte. Zusätzlich sahen wir eine Löwin, die tatsächlich zur Jagd ansetzte und eines der Jungtiere erwischte. Die Jagd an sich war deutlich weniger spektakulär als das, was sich um diese Jagd herum abspielte. Wie so oft waren wir nicht das einzige Fahrzeug in der Nähe. Alle Fahrzeuge eilten zum “Kill”, wobei die Löwin die Beute danach noch zu ihren Jungen trug. Jeder Fahrer wollte seinen Fotografenkunden natürlich eine gute Perspektive auf die Szene bieten, was zu einem wilden Fahrzeugballett führte, das ich gerne aus der Luft gesehen hätte. Es ist schier unglaublich, dass es keinen Blechschaden gegeben hat. Dies ist aber der Erfahrung und Koordinationsfähigkeit der Fahrer zu verdanken, die die Bewegungen der Tiere, die der anderen Fahrzeuge und das Gelände im Auge behalten und zeitgleich noch eine gute Sicht für die Fotografen sicherstellen mussten. Als Fotograf kann man sich und seine Ausrüstung nur gut festhalten und über dieses fahrerische Können staunen. Innerhalb kürzester Zeit wird man Augenzeuge einer unheimlichen Dynamik und wundert sich, dass man am Ende mit der Kamera in der ersten Reihe steht.
Noch ist die Welt für Familie Warzenschwein in Ordnung.
Doch dann hat die Löwin nach kurzer Jagd zugegriffen.
Die Beute wird zu den Jungen getragen.
Die Jungen schauen verdutzt, als ihre Mutter die Reste der Beute nach kurzem gemeinsamen Festschmaus wegträgt.
In dem Durcheinander konnte man schnell den Überblick verlieren. Als die Löwin mit der Beute verschwand, habe ich sie aus den Augen verloren. Unser Fahrer sagte dann: “It’s eaten behind you!” Und tatsächlich; ich musste nur nach hinten blicken, um zu sehen, wie sich die Löwin keine drei Meter hinter dem Fahrzeug über die Beutereste hermachte. Daher konnte die nachfolgende Nahaufnahme gelingen.
“It’s eaten behind you!”
Vor dem obligatorischen Frühstück auf der Motorhaube sichteten wir noch einen Leoparden in einem Baum und waren auch dabei nicht alleine.
Leoparden in Bäumen erzeugen immer ein großes Interesse.
Gelassenheit trotz des Wirbels um das Tier herum
Ein Blick ins Fahrzeuginnere. Die linke Seite ist die Panoramaseite zum Fotografieren. Die fehlenden Fenster und die Matratze erlauben tiefe Aufnahmeperspektiven.
Vor der Rückkehr ins Camp zur Mittagspause entdeckten wir noch allerlei Motive am Wegesrand, fuhren aber auch noch einmal zum Flusspferdkadaver zurück.
Nach dem Leoparden nun auch noch eine Leopardenschildkröte
Ohrengeier
Marabu und Geier am Flusspferdkadaver
Es kamen noch mehr Gäste zum Buffet.
Giraffen bei der Flussüberquerung
verschmolzen
Zurück im Camp blieb genug Zeit für eine kleine Tour.
Blick aus meinem Zelt auf den Mara River
Die drei Zeltteile: Vorderzelt mit Couch, mittlerer Teil mit Bett, hinterer Teil mit Toilette, Waschbecken und Dusche
Die neue Terrasse am Hauptzelt
Die Lounge mit Bar
Das Mittagsmenü
Die Nachmittagstour war dann weniger spektakulär. Die Mara hatte am Vormittag auch bereits ordentlich Pulver verschossen. Wir entdeckten Löwinnen, die um ein paar Giraffen herumschlichen. Zur fortgeschrittenen Stunde erlebten wir noch eine missglückte Jagd eines Leoparden auf ein Impala. Zu dem Zeitpunkt war das Licht allerdings schon sehr schwach, so dass die Bilder ordentlich verrauscht waren.
Eine Löwin und die Weite der Savanne